Markenzeichen an Krematorium Elbe-Elster GmbH verliehen

 

Markenzeichen Krematorium Elbe-ElsterMit dem „Markenzeichen Krematorium“ des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V. werden besonders leistungsfähige und aufgrund einer Markenzeichensatzung überwachte Krematorien ausgezeichnet. Das „Markenzeichen Krematorium“ ist ein Qualitätsausweis für den Betreiber des Krematoriums.

Krematorien, die dieses Markenzeichen führen, erfüllen gewissenhafte, persönliche, fachliche und betriebliche Voraussetzungen.

So haben leitende Mitarbeiter, wie z.B. Axel Horlemann die Fortbildungsprüfung „Kremationstechniker“ vor der Handwerkskammer Düsseldorf erfolgreich abgelegt.

Auch Erik Lehmann, als Technischer Leiter bildet sich regelmäßig  fort und gewährleistet somit zusammen mit Axel Horlemann die innerbetriebliche Qualifizierung aller Mitarbeiter in der Krematorium Elbe-Elster GmbH.

Der Inhaber und Konzessionsträger Gerd Rothaug hat neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Prüfungsausschuss der Kremationstechniker seine Prüfung als Fachgeprüfter Bestatter vor der Handwerkskammer Unterfranken und Berlin erfolgreich abgelegt.

Im Januar 2016 wurde Patrick Fröde als Geschäftsführer durch die Gesellschafterfamilie Cheyenne und Gerd Rothaug berufen.

Er konnte sich in den vergangenen Jahren bereits als Betriebsleiter eines ortsansässigen Dienstleistungsunternehmens beweisen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen.

Ein Krematorium (zu lat. cremare, dt. verbrennen) ist eine Anlage zur Kremation, der Verbrennung (auch Einäscherung oder Veraschung) von Leichen anstelle einer Erdbestattung oder anderen Arten der Bestattung. Der Vorgang einer Bestattung unter Einbeziehung der Kremation wird auch als Feuerbestattung bezeichnet.

Geschichte in Mitteleuropa

Der Siemens’sche Ofen für Leichenverbrennung, zeitgenössische Darstellung von 1874.
Die Geschichte der Einäscherung von Verstorbenen reicht bis in die Steinzeit zurück. Die Bandkeramiker in Europa vervollkommneten die Kunst der Leichenverbrennung. In die gebrannten keramischen Urnen wurde der Leichenbrand von Fuß bis Kopf eingeschichtet. Sehr oft wurden die Urnen in Gewänder gekleidet, die in der Bronzezeit mit Bronzenadeln verziert waren. In Mitteleuropa war mit der Ausbreitung des Christentums der Brauch der Leichenverbrennung sukzessiv verschwunden. Mit dem Anwachsen der Großstädte wurde vielerorts der Platz auf den Friedhöfen knapp. Die Entwicklung erlaubte es im 19. Jahrhundert erstmals, die Einäscherung technisch abzuwickeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden Feuerbestattungsvereine. Die Kremation wurde zum Gegenstand kontroverser öffentlicher Debatten.

In Europa fand die erste Feuerbestattung der Neuzeit im Jahre 1752 auf Schloss Roßwald in Österreichisch-Schlesien statt. Die Gemahlin des Grafen Albert Joseph von Hoditz wurde auf einem Scheiterhaufen eingeäschert.

Im Jahr 1874 wurde die erste Einäscherung auf dem Gebiet des heutigen Deutschland vollzogen. Der Mediziner Friedrich Küchenmeister war ein Verfechter der Feuerbestattung, da er in den Fäulnis- und Verwesungsgasen, die bei einer Erdbestattung entstehen, die Gefahr der Bodenvergiftung sah. Er gründete 1873 in Dresden den Verein Die Urne – Verein für facultative Leichenverbrennung. Gemeinsam mit dem Leipziger Polizeiarzt Carl Reclam gewann er den Ingenieur Friedrich Siemens dafür, in seiner Glasfabrik auf der Freiberger Straße einen Ofen für die Leichenverbrennungen zu entwickeln. So fand am 9. Oktober 1874 in Dresden in dem von Siemens entwickelten Regenerationsofen (im damaligen Siemens-Glaswerk Dresden) die weltweit erste Einäscherung in geschlossenem Feuer statt, wovon Küchenmeister unverzüglich in der Zeitschrift Deutsche Klinik berichtete. Etwas von dieser Asche wird im Krematorium Meißen aufbewahrt. Die Tote war keine Deutsche, sondern Engländerin, die diese Form der Bestattung in ihrem Testament festgelegt hatte.

Das erste europäische Krematorium wurde am 22. Januar 1876 auf dem Cimitero Monumentale in Mailand eingeweiht (Architekt: Celeste Clericetti).

Krematorium Gotha

Das erste Krematorium im deutschsprachigen Raum wurde 1878 von Julius Bertuch und Carl Heinrich Stier auf dem Hauptfriedhof Gotha erbaut. Die Thüringer Residenzstadt im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha galt als liberal und fortschrittlich, so gab es dort vonseiten des Herzogs Ernst II. und der Landeskirche weniger Widerstand bei der Einführung der als sehr modern geltenden Feuerbestattung als in anderen deutschen Kleinstaaten.

Die erste Einäscherung im Krematorium Gotha fand am 10. Dezember 1878 statt. Es handelte sich um den Erbauer des Krematoriums, den Bauingenieur Carl Heinrich Stier. Er war bereits ein Jahr vor der Fertigstellung verstorben. So verfügte er in seinem Testament die Einäscherung seines Leichnams nach Inbetriebnahme des Krematoriums. Seine Leiche war daher in einem versiegelten Metallsarg nur vorläufig beigesetzt worden. Stier war in Gotha der einzige, für den Bestattungen nach beiden Arten stattfanden.

1879 fanden 17 weitere Einäscherungen statt. In den folgenden Jahren wurden immer mehr Tote aus allen Teilen Deutschlands ins Gothaer Krematorium gebracht. Bis zum 10. Dezember 1882 wurden 100 Verbrennungen vorgenommen: Von den Toten waren bis dahin 70 evangelischer, zwölf katholischer, fünf jüdischer Konfessionszugehörigkeit, für weitere 13 fehlte eine Angabe zur Konfession.

Weitere Entwicklung

Erst 1891 (13 Jahre nach Inbetriebnahme des Gothaer Krematoriums) ging auf dem Bergfriedhof Heidelberg das zweite deutsche Krematorium in Betrieb und ein Jahr später in Hamburg das dritte. In Offenbach wurde auf dem Friedhof Friedhofstraße 21 eines der ersten Krematorien (1891–1892) errichtet. 1910 waren dann bereits mehr als 20 Krematorien in Deutschland errichtet.

Das neoklassizistische Gothaer Krematorium von 1878 erinnerte in seiner Formensprache noch an antike Tempel. Die nachfolgenden Krematorien waren wegen religiöser Bedenken gegen die Feuerbestattung zumeist in orientalischem Baustil gehalten. Erst 1903 entstand auf dem Hauptfriedhof Karlsruhe ein Krematorium im Erscheinungsbild eines mitteleuropäischen Sakralbaus.

In der Schweiz wurde erstmals 1889 auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich ein Krematorium in Betrieb genommen. Dabei wurde auf bauliche Ausschmückungen geachtet, um den Toten Respekt zu erweisen.

Im katholisch geprägten Österreich wurde gegen den Widerstand der Kirche das erste Krematorium erst 1922 am Wiener Zentralfriedhof eröffnet.

Durch das Feuerbestattungsgesetz von 1934 wurde in Deutschland bei Friedhofskrematorien die Einzelverbrennung und getrennte Aschesammlung vorgeschrieben.

Technik von Feuerbestattungsanlagen

Es gibt mehrere Bauformen von Feuerbestattungsanlagen. Im Flachbettofen bleiben Sarg und Leichnam während der Einäscherung in der Hauptbrennkammer (Muffel) liegen. Wenn der Einäscherungsvorgang abgeschlossen ist, werden die Reste in die Ausbrennkammer verbracht und später in die Auskühlzone des Ofens. Im Etagenofen gibt es zwei übereinanderliegende Brennkammern (Oberofen und Unterofen), die durch eine drehbare Stahlplatte voneinander getrennt sind. Der Sarg wird in den Oberofen eingefahren, in dem in 60-90 Minuten die Hauptverbrennung stattfindet. Die Ausmineralisierung der Gebeine erfolgt im Unterofen. Während dieser Zeit kann im Oberofen bereits die nächste Verbrennung stattfinden.

In modernen erdgasbefeuerten Krematorien dauert die Verbrennung je nach Technik etwa eine Stunde. Nach der VDI-Richtlinie 3891 soll die Temperatur in der Hauptbrennkammer wenigstens 650 °C betragen. Die Verordnung über Anlagen zur Feuerbestattung (27. BImSchV) schreibt in Deutschland für die Nach- bzw. Ausbrennkammer 850 °C vor. Die durchschnittliche Kapazität eines Verbrennungsofens beträgt – auch mit Rücksicht auf die Arbeitsschutzbestimmungen – sechs bis 14 Einäscherungen je Arbeitstag. Durch die Pausen an Wochenenden kühlen die Öfen um 400 bis 500 Grad, über Nacht um 200 Grad aus. Um die nötige Temperatur zu erreichen, sind nach Wochenenden etwa 300 m³ und am Morgen 100 m³ Erdgas erforderlich. Der Verbrauch pro Einäscherung beträgt so 17,5 m³ Erdgas im Mittel. Durch die Forderungen des Umweltschutzes werden die Abgase der Krematorien durch Kühlen in Wärmetauschern, Filtern und katalytische Behandlung weitgehend frei von Feinstaub, Dioxinen und Furanen. Hinzu kommen Vorschriften für die Verwendung entsprechender umweltfreundlicher Materialien für die Bekleidung und den Sarg der verstorbenen Person. So arbeiten Krematorien (beispielsweise gemäß der VDI-Richtlinie 3891) unter Wahrung der Pietät umweltverträglich und energetisch optimiert. Die Hitze entsteht vorwiegend durch die Verbrennung von Erdgas.

Die Kapazitäten von Krematorien sind begrenzt, da je nach Anzahl der Öfen fünf bis 14 Einäscherungen an jedem der fünf Werktage stattfinden können[13] und zu lange Wartezeiten zu vermeiden sind.

Gesetzliche Vorgaben

Alle Krematorien in Deutschland unterliegen der 27. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) und sind mit modernen Abgasreinigungsanlagen ausgerüstet. Die Abgase unterliegen den immissionsschutzrechtlichen Grenzwerten. Die ethischen Grundregeln für Krematorien sind in der DIN EN 15017 festgeschrieben. Damit soll der würdige und respektvolle Umgang mit Verstorbenen in den Krematorien erreicht werden. Diese ethischen Regelungen sind gesetzlich nicht verpflichtend und tragen empfehlenden Charakter. Zur Einhaltung der Güte- und Prüfbestimmungen des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) e. V. und des Bundesverbands Deutscher Bestatter, der das Markenzeichen Krematorium vergibt, müssen sich die privaten und öffentlichen Krematorienbetreiber bereit erklären. Zudem wird vom Arbeitskreis kommunale Krematorien im Deutschen Städtetag ein Siegel „Kontrolliertes Krematorium“ vergeben. Die VDI-Richtlinie 3891 „Emissionsminderung – Anlagen zur Humankremation“ enthält Anleitungen und Empfehlungen zum Umweltschutz, insbesondere zur Reinigung der Abgase. Zu den zu mindernden Abgaskomponenten gehören neben Kohlenstoffmonoxid, Gesamtkohlenstoff und Gesamtstaub auch Quecksilber sowie Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane. Zur Beseitigung letzterer werden insbesondere Adsorbenzien und katalytisch wirksame Oberflächenfilter eingesetzt.

In einigen Ländern ist es durchaus üblich, dass die Abwärme bei der Leichenverbrennung auch zur Gewinnung der nötigen Eigenenergie des Krematoriums verwendet wird.

(Quelle: wikipedia.org 2016)